3. Biker-Tour Albanien 2012 

28.09.2012 – 13.10.2012 

3.258 Km

Nachdem wir 2010 durch einen Wohnsitzwechsel Urlaubssperre hatten, 2011 wieder mal Tunesien besuchten, war jetzt wieder Albanien das Ziel unserer Reise. Diesmal sollte es unter anderem in die Albanischen Alpen gehen. Wir hatten ja 2009 die ersten alpinen Eindrücke im Südwesten des Landes genossen, jetzt wollten wir im Norden in die Berge. Mittlerweile hatten wir ja unsere „Susi“ gegen „Rambo“ (BMW 1200 GSA) eingetauscht. Susi war jahrelang ein treuer Begleiter, die Anforderungen die wir stellten, (2 Personen, Gepäck für 3 Wochen und die Straßen in den Alpen) dafür war auf Sicht gesehen, Susi motorisch zu schwach. Daher haben wir 2011 auf BMW gewechselt.

1.Tag. 16,00 Uhr Abfahrt in Hallwang. Nach 220 km Übernachtung in Südtirol.

2.Tag. 232 km Anreise zur Fähre nach Venedig.

3.Tag. Fähre nach Igoumenitsa.

4.Tag. 287 km Fahrt von Igoumenitsa-Kalpaki-Konica zum Grenzübergang MAZI-Leskovic nach Korce. Übernachtung im Hotel Grand Palace DZ mit Fr. € 30.-  Diesmal wählten wir den Grenzübergang Mazi (Perat) um anschließend noch mal die Strecke über das Gramoz Gebirge Richtung Korce zu fahren. Wir hatten mit dem Wetter mehr Glück als 2009 und genossen die herrliche Landschaft .Die Straßenverhältnisse waren dieselben. Sehr anspruchsvoll für Fahrer und Motorrad. Korce, eine größere Stadt, hat eine schöne Christlich-Orthodoxe Kathedrale, genannt „Ringjalla“ (die Auferstehung) und einen großen Markt. Die Innenstadt ist sehenwert, der Stadtrand, weniger. Sehr verschmutzt.

die Christlich-Orthodoxe Kathedrale "Ringjallja"

5.Tag. 275 km von Korce- Lin-Pogradec-Elbasan-Tirana nach Shkoder
In Shkoder das Hotel Colosseo gebucht Preis DZ mit FR. € 65.-  Eines der besten Hotels in Albanien. Vorsicht: besser von zu Hause aus buchen. Das Hotel ist sehr oft ausgebucht. Wie 2009 wo wir kein Zimmer bekamen. (Siehe 1. Albanien Tour). Von hier aus wollten wir dann in den nächsten Tagen ins Gebirge fahren. Shkoder hat eine über 2400 jährige Geschichte und zählt zu den ältesten bewohnten Städten Albaniens. Viele Völker haben hier Ihre Spuren hinterlassen. Illyrer, Römer, Slawen, Albaner, Venezianer und Osmanen. Die Stadt beherbergt eine Vielzahl an Moscheen. Die schönste davon dürfte wohl die Ebu-Bekr-Moschee nahe dem Hotel Colosseo sein. Das Wahrzeichen der Stadt aber ist die Burg Rozafa. Von Ihr hat man einen traumhaften Blick über die ganze Umgebung bis nach Montenegro.

6. und 7. Tag  174 km  Shkoder- Drishti-Koplik- Zagore-Böge nach Teth.
Heute ist es so weit. Ab in die Alpen. Wir starten zeitig in der Früh. Ziel ist Teth. Ein kleines, sehenswertes Gebirgsdorf in den Alpen. Kaum haben wir Shkoder verlassen, stoßen wir bereits auf die erste Sehenswürdigkeit. In Drishti sehen wir plötzlich eine wunderschöne Osmanische Brücke aus dem 18.Jhd. Genannt „ Ura e-Mesit. Nach der Besichtigung fuhren wir auf der in der Straßenkarte weiß gekennzeichneten (unbefestigter Weg) weiter, doch bald stießen wir an die Grenze des fahrbaren. In Kir war Schluss mit der Anfahrt. Auch für eine BMW GSA war mit 2 Personen die Strecke nicht befahrbar. Als Solofahrer wäre es sicherlich möglich. Daher umdrehen und den weiteren Weg über Koplik versuchen. Gesagt getan. In Koplik rechts abbiegen und Richtung Zagore und Böge weiterfahren. Wir bewegen uns in einer wunderschönen Landschaft bergauf und plötzlich stoßen wir auf eine sehr lange Baustelle. Hier versucht man bereits die Straße zu asphaltieren. Nach ca. 1 Stunde erreichen wir Böge, den eigentlichen Ausgangspunkt nach Teth. Nach einigen 100 Metern stießen wir auf dasselbe Problem wie beim ersten Versuch. Zu zweit keine Chance weiter zu fahren. Schade. Also umdrehen. Trotzdem hat sich dieser Ausflug gelohnt. (Wir kommen sicher noch einmal und mit dem Landy wird das kein Problem sein).  Wir genießen die Fahrt zurück nach Shkoder. Am nächsten Tag ist unser Ziel das höchst gelegene Bergdorf Albaniens, VERMOSH, anzufahren. Auf Grund der Erfahrungen des Vortages verlassen wir Shkoder etwas skeptisch. Die Fahrt geht Richtung Norden und in Hani-i-Hotit (Grenzübergang nach Montenegro) geht es rechts weg Richtung Broje und Lepushe. Wiederum fahren wir durch eine atemberaubend schöne Landschaft  bergauf und genießen es in vollen Zügen. Nach ca.3 Stunden in Lepushe (25 Haushalte und ca. 100 Einwohner) angekommen haben wir wieder Pech. Durch schwere Unwetter im Gebirge war die Weiterfahrt nach Vermosh mit dem Motorrad (2 Personen) nicht möglich. Der Ort Vermosh  und das ganze Gebiet wären sicherlich sehr sehenswert gewesen. Also, wir müssen auch hier mit dem Landy zurückkehren. Ist uns gar nicht so unangenehm. Also genießen wir auch hier wieder die Rückfahrt nach Shkoder.

8.Tag  175 km  Shkoder- Komani Stausee-Fierze nach Kukes.
Dieser Tag sollte ein besonderes Highlight werden. Von Hallwang aus hatten wir im Vorhinein Kontakt mit der österr. Botschaft in Tirana um abzuklären ob die Fährverbindung über den Koman Stausee intakt ist. Wir erhielten positive Antwort. Alles klar, dann los. In Komani angekommen dann die große Überraschung. Fähre ja, aber nur eine Personenfähre. Na Bravo. Kaffee getrunken und enttäuscht in die Ferne geblickt. Da kam ein junger Bursche auf uns zu und sprach uns in englischer Sprache an. Wir erklärten unser Problem und er meinte nur: Etwas Geduld, er werde das schon in unserem Sinne erledigen. Kurz später sahen wir die kleine Fähre auf uns zukommen und wir fragten uns, was der Kerle da ausrichten will. Aber in Albanien ist ja wirklich alles möglich. Seitenkoffer abgenommen, 5 Mann das Moped gepackt und auf die Fähre gehievt. Plötzlich nahende Motorradgeräusche. Ein Schweizer Weltenbummler fuhr in unsere Richtung und wollte auch mit. Ok. Kein Problem. Auch sein Moped hatte noch Platz. Genial. Dann begannen die wahrscheinlich schönsten 3 Stunden die wir in Albanien verbracht hatten. Die Fahrt über den KOMAN STAUSEE. Dieser Stausee ist am Fluss Drin gelegen. Die Fahrt dauert ca. 3 Stunden und ist wegen der Passagen zwischen hohen Felswänden durch enge Schluchten, welche an Norwegische Fjorde erinnern, auch für Touristen interessant, obwohl durch die Fährfahrt in erster Linie eine Warenversorgung der in den unzugängigen Bergen lebenden Menschen gewährleistet sein sollte. Diese Bewohner warten an „Haltestellen“ mit Ihren Eseln auf die Fähre und verschwinden dann im Nirgendwo. Das Ganze hatte eigentlich den Charakter eines Linienbusses. Bei jeder Haltstelle stiegen Menschen aus, wurden Waren abgeladen oder etwas in Empfang genommen. Die Gegend zu beschreiben wäre sinnlos. Die Bilder sprechen für sich. Wir waren glücklich an Bord zu sein und dachten uns eigentlich gar nichts dabei als immer wieder Menschen von Bord gingen. Aber dann kam die große Ernüchterung. In Fierze angekommen waren wir noch zu dritt. Hoppla, wie bekommen wir unsere Mopeds vom Schiff? In diesem Fall nur die Bilder anschauen. Es war Schwerstarbeit. Aber die Fahrt hat alles entschädigt. Wir fuhren dann weiter bis nach KUKES.

9.Tag  164 km  Kukes-Peshkopi-Debar (Grenze zu Mazedonien) Ohrid.
Wir haben in Kukes im Hotel Amerika gewohnt. DZ mit Fr. € 60.-  Schönes Hotel, große Zimmer, Terrasse mit Bar und sehr gute Küche. Von Kukes nach Peshkopi wollten wir eigentlich dem Drin Fluss entlang fahren. Wir hatten zu Hause einen Weg gefunden welcher angeblich befahrbar wäre. Aber so lange wir auch suchten, wir fanden diese Verbindung nicht. Im Gegenteil. Plötzlich tat sich eine ganz neu asphaltierte Strecke vor uns auf, welche noch in keiner Straßenkarte verzeichnet war. So fuhren wir fast „Autobahnmäßig“ bis Peshkopi und über Debar an den Ohridsee.

10.Tag  328 km  Ohrid-Niki (Grenze nach Griechenland) Nimfeo-Kastoria-Edessa.
In Ohrid wohnten wir im Hotel Alexandria, DZ mit FR. € 50.- schönes Haus. Ohrid und Prespasee war uns ja von den vorherigen Reisen schon bekannt, daher fuhren wir ohne lange Pausen Richtung Griechenland. In Nimfeo hat die Tierschutzorganisation „ARCTUROS“ ca. 5ha Waldgelände angemietet und betreut hier 15 ehemalige Tanz und Zirkusbären in freiem Gelände. Das Ganze ist für ein paar Euro Eintritt öffentlich zugängig und mit einem Führer kann man das Gelände durchwandern und die Bären beobachten. Anschließend ging die Fahrt weiter nach Edessa. Der 25m hohe Wasserfall mitten in der Stadt ist der Einzige Seiner Art in Griechenland.

11.und 12 Tag  252 km  Edessa- Kozani-Grevena-Kalampaka nach Meteora.
Am Fuße der Meteora Klöster wohnten wir In Kastraki im schönen Hotel „ Hotel Kastraki“ DZ mit Fr. € 45.- (Meteora Siehe Biker Tour 2). Wir lernen hier in einem Restaurant „Gassi“ sowie Gabi und Jürgen kennen. Gassi ist ein „Quasi“ Aussteiger welcher im Hafen von Plataria, 15 km vor Igoumenitsa ein Segelschiff (17,6m lang) liegen hat und seit Jahren dort lebt und als Skipper arbeitet. Nach einem gemütlichen Nachmittag werden wir eingeladen auf unserer Rückreise Gassi und seine Freunde zu besuchen.

13.Tag  320 km  Kastaraki-Katara Pass-Ioannina-Arta-nach Preveza.
Auf der Fahrt nach Preveza kommen wir in den Ort Arta. Diese Stadt liegt am Fluss Arachtos. Als besondere Sehenswürdigkeit dieser Stadt gilt die Brücke von Arta, die aus der Antike stammt und in ihrer heutigen Gestalt hauptsächlich ein osmanisches Bauwerk ist. Nach der Besichtigung fahren wir am Amvrakischem Golf entlang nach Preveza. Am Hafen sitzend kann man hier die ankommenden Segelschiffe beobachten und relaxen. Wir wohnen im Hotel „Preveza City“ DZ mit Fr. € 60.-

14.Tag  108 km  Preveza-Platoria nach Igoumenitsa.
Das Ende unserer 3. Albanienreise naht. Leider. Auf dem Weg Richtung Igou kommen wir nach Kassiopi. Hier stoßen wir auf das Totenorakel von Ephyra. Dieses liegt auf einem Hügel ganz in der Nähe der Mündung des Totenflusses Acheron ins Ionische Meer. Hier liegt das Totenorakel von Ephyra. Nach Opfergabe, vielen Zeremonien und einer mehrtägigen Kur mit berauschenden Getränken und Speisen, die dem Ratsuchenden die Sinne und den Verstand vernebeln, inszenierten die Priester mit Hilfe eines Flaschenzugsystems die Auferstehung der Toten und erteilten die erwünschten Ratschläge aus einem unter dem Kultraum liegenden Gewölbe. Der Fragende hatte demnach den  Eindruck die Stimmen kämen direkt aus dem Schattenreich des Hades. Nach Besichtigung des Orakels ging die Fahrt weiter nach Platoria wo wir mit Gassi und seinen Freunden noch einige schöne Stunden auf Seiner Yacht verbrachten.

Fazit: Wir kommen sicherlich wieder. Wir möchten nach nunmehr 3 Reisen in dieses Land gegen die immer wieder aufkommenden Vorurteile ankämpfen. Selten zuvor haben wir uns in einem Land so sicher gefühlt wie in Albanien. Und wir sind sicherlich schon sehr viel gereist (ca. 50 Länder der Erde) aber die Gastfreundlichkeit und die nicht vorhandene Voreingenommenheit in Beziehung „Religion“ sind einmalig. Hier gehen Muslime, Christen und Juden an Feiertagen jeweils in Ihre „Kirche“ und anschließend wird gemeinsam Kaffee getrunken. Hier werden keine Unterschiede gemacht. Außerdem bietet das Land so viele Sehenswürdigkeiten, wir haben auch nach 3 Reisen nur einen Teil davon gesehen. Man hat bereits viel für den Tourismus getan. Schöne Strände stehen bereit, die Hotels sind absolut auf einem mitteleuropäischen Niveau, natürlich nicht Alle, aber die Meisten. Im Landesinneren wird am Straßenbau gearbeitet um für nicht „Individualreisende“ wie wir es sind, bessere Reisemöglichkeiten anbieten zu können. Man hat noch Nachholbedarf in Bezug auf Campingplätze, aber ich denke auch das wird sich bald ändern. Bei unserer 3. Reise trafen wir doch schon auf mehr Touristen als noch vor 3 Jahren. Zum Abschluss kann ich nur sagen: Wir lieben Albanien und kommen gerne wieder.

Wir sind auch gerne bereit auf Fragen zu antworten und Informationen weiter zu geben.

Die Hierzi`s

 

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