Marokko 2015
mit „MECKI“

29.04.2015 bis 23.05.2015

4.122 KM  

Endlich ist es soweit. Am Mittwoch den 29.04. treffen wir uns noch mit unseren Kindern, Enkelkindern und Lotte am Döner Stand in Eugendorf um uns für die nächsten knapp 4 Wochen zu verabschieden und gegen 19:30 Uhr starten wir Richtung Genua. 740 km liegen vor uns und die Höchstgeschwindigkeit unseres „Meckis“ liegt bei ca. 110km/h. Um 03:00 Uhr morgens legen wir eine Pause ein und schlafen ca.3 Stunden auf einer Autobahnraststätte 150 km vor Genua.

Im Hafen Genua angekommen (N 44°24`159    E 008°54`155)  haben wir genug Zeit die abenteuerlich gepackten Fahrzeuge der Marokkanischen Mitreisenden zu betrachten. Bevor wir auf die Fähre kommen lernen wir noch Hubert (Motorradfahrer aus NÖ) sowie Uschi und Gerd aus München kennen. Wir sollten Sie in Marokko noch öfters treffen. Während der Überfahrt waren Polizei und Zoll Beamte anwesend und so konnten wir bereits alle Einreiseformalitäten auf der Fähre erledigen. Benötigt wurden: Reisepass, grüne Versicherungskarte sowie Zulassungsschein des KFZ. Auch musste ein auf der Fähre erhältlicher Fiche für die Polizei ausgefüllt werden. Nach ca. 52 Stunden kamen wir pünktlich in Tanger Med an.
(N 35°53`580    W 005°29`090)
 Die dortige Kontrolle durch Polizei und Zoll war sehr freundlich und relativ rasch abgeschlossen (ca. 1 Stunde). Somit konnten wir unseren Plan, an
diesem Tag noch bis Chefchaouen zu fahren, umsetzen.

Nach 2 Stunden erreichten wir Chefchaouen und fuhren den Campingplatz: AZILAN (N 35°10`524  W 05°15`978) an. Wi-Fi am Haupteingang des Platzes. Der Platz ist wirklich ok, leider sind die sanitären Anlagen eher mittelmäßig und warmes Wasser gab es nur auf Bestellung. Wie sich später herausstellen sollte war das Preis-Leistungsverhältnis für Marokkanische Verhältnisse zu teuer (Preis: 1 Auto, 2 Personen und Strom 110 Dirham ohne warme Dusche)
Hier trafen wir Herbert, Uschi und Gerd wieder. Gemeinsam ging es zu Fuß vom Campingplatz einen mittelsteilen Weg bergab in die Stadt. Dauer ca. 15 min. Die gesamte Altstadt mit ihren reizvollen engen Gassen, kleinen Plätzen, blau- und weißgekalkten Häusern wird auch die „Brunnenstadt„ genannt. Auf dem Place Outa El Hammam gibt es jede Menge Cafes und Restaurants in denen man sehr gutes Essen bekommt. Diese Stadt Anzusehen lohnt sich wirklich. Wir sollten noch ein weiteres Mal hier landen. Am späteren Abend fuhren wir mit dem Taxi zum Campingplatz zurück (20 Dirham).

Am nächsten Tag fahren wir über Quezzane  auf schnellsten Weg nach Fes denn unser Ziel ist es diese Stadt (mit Führer) zu besichtigen um anschließend so schnell als möglich in den Süden des Landes zu kommen da wir leider nur 3 Wochen Zeit haben.

FES, die älteste der vier Königsstädte des Landes

Nach ca. 5 Stunden erreichen wir den von uns ausgesuchten Campingplatz:  Diamant-Vert  (N 33°59`235   W 05°01`253 )  Wi-Fi am Haupteingang des Platzes. Sehr schöner und gepflegter Campingplatz, saubere Waschanlagen und Toiletten, warmes Wasser und Stellplätze mit Sonne oder Schatten. (Preis: 1 Auto, 2 Personen und Strom 100 Dirham). Zuerst buchten wir für den nächsten Tag einen Stadtführer. Wir hatten Glück dass der uns empfohlene BEN WAFFI, lizensierter  Stadtführer, uns noch mitnehmen konnte. So waren wir eine kleine Gruppe mit 7 Personen. Auch konnten wir am Abend bereits frisches Brot für den nächsten Morgen bestellen, welches uns um 07:30 Uhr an den Stellplatz gebracht wurde. Plötzlich tauchten auch Uschi und Gerd wieder auf und so verbrachten wir bei einer guten Flasche Wein einen netten gemeinsamen Abend. Am nächsten Tag wurden wir um 09:00 Uhr von Ben Waffi zur Stadtbesichtigung abgeholt und um 17:30 Uhr wieder zurückgebracht. Preis für 2 Personen 450 Dirham. Fes ist eine einmalige Stadt. Sie zu beschreiben geht nicht. Man muss es einfach selber anschauen. Natürlich wird man vom Führer auch mal in einen Verkaufsladen oder eine Töpferei geführt, aber es steht jedem frei mitzugehen oder nicht. Die Verkäufer waren nicht aufdringlich und auch bei „Nichtkauf„ sehr freundlich. Lob an unserem Führer. Er hat einen tollen Job gemacht. Nach dem Abendessen tranken wir noch 1 Bier mit Uschi und Gerd, dann Verabschiedung denn am nächsten Tag hatten wir eine anstrengende, lange Fahrt vor uns.


Von FES nach TINERHIR ca.540km
Am Morgen um 07:30 Uhr begann unsere längste Etappe der Reise. Von Fes nach Tinerhir. Über Ifrane,  Azrou, Midelt, Rich, Er-Rachidia nach Tinerhir. Im Mittleren Atlas ist die Landschaft einfach wunderschön. Wir trafen hier auch die ersten Berberfamilien die mit Ihren Kindern in Strassennähe Ihre Zelte aufgestellt hatten. Da wir ca. 25 kg Kinderkleidung, 25 Paar neue Trekkingschuhe in Größe 24 bis 36, ca. 100 Stofftiere und Süßigkeiten aus Salzburg mitgenommen hatten, konnten wir nun unsere ersten Geschenke an das Kind bringen. Die Freude war natürlich riesengroß und einer Einladung zu Tee und Brot kamen wir gerne nach.

Auf der Weiterfahrt bekamen wir plötzlich Probleme mit Mecki. Er begann zu überhitzen. Wir konnten keine vernünftige Erklärung finden und mussten ab und zu eine Pause einlegen. Wir hatten zu Hause schon einen Besuch bei ALI NASSIR in ZAGORA eingeplant um unseren Landy vor der Fahrt durch die Wüste in seiner Werkstatt checken zu lassen. Bis dorthin sollten wir es schon noch schaffen. Nach 10 Fahrstunden kamen wir in Tinerhir an und wählten den Campingplatz: LE-SOLEIL  (N 31° 32`856     W 005°35`351)  Wi-Fi funktionierte am Platz.

Am nächsten Morgen sollte unsere Tagesetappe wie folgt aussehen: von Tinerhir in die Todra Schlucht bis Tamtattouchte dann links ab nach Msemir in die Dades Schlucht. Der Tag begann wunderschön. Wir starteten um 08:30 Uhr und fuhren bei Kaiserwetter in die Schlucht ein. Keine Wolke am Himmel. Traumhaft. Die Schlucht selber erstreckt sich viele KM in Richtung Tamtattouchte. Ab und zu mal ein bisschen Gegenverkehr und hier und da mal eine Schaf oder Ziegenherde auf der Suche nach Nahrung. Für diese Jahreszeit überraschend wenige bis gar keine Touristen zu sehen. Wir genossen die Fahrt und freuten uns schon auf die Querpassage von Tamtattouchte nach Msemir über die auf über 2800 m Höhe führende Piste. In Tamtattouchte angekommen suchten wir die „ Abzweigung “ auf die Passhöhe Richtung Msemir. Ein freundlicher Einwohner erklärte sich bereit uns den Weg zu zeigen machte uns aber gleichzeitig darauf  aufmerksam dass auf Grund der schweren Regenfälle im Frühjahr die Piste derzeit nur für Motorräder befahrbar sei da viele Felsbrocken die Piste blockieren würden und deshalb für ein Auto die ganze Angelegenheit sehr riskant wäre. Nach längerer Überlegung entschlossen wir uns das Risiko nicht einzugehen (wir hatten ja auch noch das Problem mit der Überhitzung des Motors) und die Dades Schlucht von Boumalne du Dades aus anzufahren. Daher ging es wieder zurück, genossen die Fahrt durch die Schlucht  ein weiteres Mal und fuhren von Boumalne du Dades in die Dades Schlucht. Der Unterschied zur Todrha besteht darin dass die Dades Schlucht nicht so spektakulär aussieht aber die Aussicht ins Land selber sehr faszinierend rüberkommt. An diesem Tag war es auch schon angenehm warm. Wir bewegten uns im Schnitt bei 35 ° und das in einer Höhe von über 1500 m. Gemächlich fuhren wir bis zu dem von uns angestrebten Ort Msemir, welchen wir eigentlich ja von der anderen Seite erreichen wollten. Hier wurden uns die Aussagen der Unbefahrbarkeit  der Piste bestätigt. Der Ort Msemir selber bietet keine Sehenswürdigkeiten aber von hier aus kann man die Piste weiterfahren in Richtung Ilmichil.  Unser Ziel lag aber im Süden, deshalb ging es zurück Richtung Boumalne du Dades. Übernachtung am  Campingplatz: AIT OUDINAR  (N 31°30`328     W 05°56`704)  Wi-Fi  im Hotel. Dieser Campingplatz ist wirklich empfehlenswert. Preis 90 Dirham, sehr nette, freundliche  Mitarbeiter, ein sehr gutes Restaurant (billig und sehr gute Speisen) gute Stellplätze und die Sanitäranlagen im Hotel waren sauber. Am Abend kamen wir mit dem Besitzer ins Gespräch und nachdem wir erfuhren dass er eine kleine Sammelstelle für Kleidung und andere Kindersachen hat und er uns glaubhaft versicherte dass die Sachen in die richtigen Hände kommen, entschlossen wir uns, Ihm einen Teil unserer mitgebrachten Geschenke zu überlassen. Die Freude war entsprechend groß und die Überraschung sollte am nächsten Tag kommen. 

Unser heutiges Ziel war ZAGORA. Als wir um 09:00 Uhr den Campingplatz verlassen wollten kam eine Schar Kinder auf uns zu und bedankten sich für die Geschenke welche Sie bereits vom Besitzer des Platzes bekommen hatten. Wieder sahen wir in glückliche Kinderaugen. Schön!!! Weiterfahrt über Tinerhir nach Alnif und von dort nach Tazzarine. Von Tazzarine wählten wir die 60 km Piste bis Zagora. War eine ganz spannende Angelegenheit, diese Piste. Unser Mecki war wieder mal etwas heiß gelaufen, daher legten wir mal wieder ein paar Pausen ein. 10 km vor Zagora kam uns ein Landrover mit Firmenaufschrift Mechanic entgegen. Hier wird schon auf die Pistenfahrer gewartet, in der Hoffnung die Fahrzeuge in die Eigene Werkstätte zu lotsen. Wir brauchten natürlich einen Mechaniker, aber schon in Salzburg war uns klar dass dafür nur Ali Nassir in Frage kommt. Dies war auch der Grund warum wir in Zagora uns für den Campingplatz: PRENDS TON TEMPS (Übersetzt: NIMM DIR ZEIT) entschieden (N 30°20`266    W 005°49`920). WI FI am Platz. Die Anlage wird von Abdellah (ein Cousin von Ali Nassir) geführt und spricht perfekt Deutsch. Am Platz angekommen wurden wir von Ihm herzlichst begrüßt und nachdem er unser Problem hörte telefonierte er sofort mit Ali. Dieser kam am Abend vorbei, kurzer Blick unter die Motorhaube und Termin am nächsten Tag um 09:00 Uhr festgelegt. Ali spricht nur Französisch uns Arabisch und Abdellah war sehr hilfreich beim Dolmetschen. Danach wurde es richtig heimelig. Der Campingplatz ist klein aber oho. Alle Anlagen sind ok. Ein Restaurant vom Feinsten, super Atmosphäre im Innenhof. Am Abend macht Abdellah über eine Stereoanlage Musik und ein Beamer liefert die dazugehörigen Bilder. (Preis: 3 Nächte am Platz und 4 Abendmenüs (3-Gänge)  460 Dirham).
Am nächsten Tag pünktlich um 09:00 Uhr wurden wir von Ali abgeholt und gemeisam ging es zur Werkstätte, ca 4 min vom Camping entfernt. Dann ging es los: Kühlwasser Entleerung „afrikanisch“ auf der Straße vor der Werkstatt. Ausbau des Kühlers und einem Mopedfahrer mitgegeben. 2 Stunden später kam er samt Kühler neu verschweißt und verzinkt zurück. Danach Einbau und 70 min komplette „ Ausspülung“ mit dem Wasserschlauch. Dabei kam Schmutz und Sand (Altlasten sozusagen) zum Vorschein, so etwas haben wir noch nicht gesehen. Anschließend kompletter Check unseres Meckis. Ergebnis: zusätzliche Blattfedern sollten eingebaut und alle ausgeschlagenen Federbuchsen erneuert werden. Das bedeutet zusätzlich 8 Stunden Arbeit. Ali nannte uns den Preis und wir stimmten zu. Also bleiben wir 1 Tag länger in Zagora, haben aber die Gewissheit mit einem Top-Auto in die Wüste fahren zu können. Jetzt ist Mecki um 5cm höher gestellt und alles andere war am Auto super in Ordnung. Bei uns werden solche Arbeiten gar nicht mehr gemacht und wenn doch sind diese unbezahlbar. Zur Info: Ali Nassir hat früher das Team von Jutta Kleinschmidt bei Rallyes begleitet die ja bekannter Weise die Dakar Rally gewonnen hat und später seine eigene Werkstatt in Zagora aufgemacht. Hier ist man wirklich bestens aufgehoben.

Heute geht es weiter. Von Zagora nach M`HAMID zum ERG CHEGAGA. Wir fuhren diese Strecke nach Koordinaten von Erika und Astrid Därr. Ich war gespannt wie es mir ergehen würde. Ich fahre das Erste Mal mit einem Auto durch die Wüste. Brigitte hat es schon öfters gemacht. Ratschläge hab ich natürlich einige bekommen. Von M`Hamid bis zur Abzweigung am Brunnen gab es keine Probleme. Aber dann!! hab ich mich leicht verfahren und musste zum ersten Mal meine Schaufeln auspacken. Super. Sandbleche raus, ausschaufeln und danach die richtige Richtung einschlagen und so fuhren wir Problemlos bis zum ERG CHEGAGA. Wir erreichten das Bivouac der Agentur Sahara Service am Fuße der „Grande Dune“. Keine Menschenseele weit und breit. Wir waren wirklich „Allein“ am Fuße der Dünen, suchten uns einen Schlafplatz und wurden auch gleich fündig. Jetzt mal ein Bier und die Gegend genießen. Plötzlich doch das Geräusch eines Autos. Es näherte sich ein Toyota  Hilux mit deutschem Kennzeichen. Das Fahrzeug hatten wir schon in Fes am Camping gesehen. Die Besatzung stellte sich als Jutta und Hansi aus der schwäbischen Alp vor und natürlich haben wir uns den Lagerplatz geteilt und die Autos so gestellt dass wir auch Schatten hatten. Danach begann der Spaß. Erst mal kennenlernen, ein Bier trinken und den Rest des Tages verplanen. Hansi und Brigitte stiegen die Dünen hoch während Jutta und Ich das Abendessen vorbereiteten. Es gab Knoblauchspaghetti und guten Weißherbst dazu. Und das Ganze wurde noch von einem Lagerfeuer untermalt. Hansi hatte nämlich Brennholz dabei. Es war traumhaft schön. Aus dem NICHTS näherten sich plötzlich 2 Männer mit Kamelen und wollten uns zu einem Kamelritt überreden. Woher Sie kamen und wohin Sie verschwunden sind wissen wir bis heute nicht. Nach der dritten Flasche Wein gingen wir schlafen. Am nächsten Tag begannen die Vorbereitungen zur Weiterfahrt in Richtung Lac Iriqi und Foum Zguid. Erst mal Luft aus den Reifen raus und dann los. Die nächsten geschätzten 30 km mit Mecki im 3. Gang Vollgas den Dünen entlang. GEIL. Vor Erreichen des Lac Iriqi noch einen Tee getrunken, die Reifen wieder aufgeblasen und dann ab über die Lehmebene des Lac. Nach 25 km „WEITE“  verlässt die Piste den See und es beginnt die gefürchtete Wellblechpiste. Unser Mecki schafft keine 80km/h oder 90 km/h um drüber zu fahren, d.h. maximal 1. Gang oder 2. Gang. Für die nächsten 40-50 KM. Auch Hansi und Jutta können mit Ihrem Hilux nicht schneller fahren denn Sie haben einen WoMo Aufbau. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir den Checkpoint wo wir das Erste und auch Einzige Mal auf dieser Reise ein Fiche brauchen (hatten 30 zur Vorsicht mitgenommen). In Foum Zguid gingen wir noch gemeinsam Tee sowie frisch gepressten Orangensaft trinken, ehe sich unsere Wege trennen. Hansi und Jutta fahren Richtung Quarzazate und wir wollen noch bis Taliouine zum Camping: TOUBKAL  (N 30°31`360      W 007°53`640)  Wi Fi im Restaurant. Ein wirklich schöner Platz mit herrlicher Aussicht, gutem Essen, schönen Stellplätzen und freundlichen Gastgebern.

Am nächsten Tag geht die Fahrt von TALIOUINE über den TIZI-n-TEST nach Marrakech. Bei der Planung unserer Reise war diese Strecke für uns ein absolutes MUSS. Wir haben im Internet einige Kurzberichte dieser Etappe gesehen und wir waren begeistert. Aber die Realität übertraf das Ganze noch bei Weitem. Am Anfang noch eine schöne zweispurige Asphaltstraße, geht es dann teilweise auf Schotter und einspurig, sehr kurvenreich, mit teilweise ganz schönen Abhängen an der Fahrerseite weiter. Leitplanken kennt man hier fast nicht, und wenn ja, dann an den falschen Stellen. Achtung vor den engen Kurven bei Gegenverkehr. Es kommen auch einheimische Busse entgegen und die fahren nicht gerade Schritttempo. Eine faszinierende Strecke und Aussicht wie vorher noch nicht gesehen. Ein Traum. Man sollte sich hier wirklich die Zeit nehmen und es genießen. Auf der Passhöhe, 2100 m hoch, war Mittagessen angesagt. Nachdem wir sehr gutes Tajine gegessen hatten, entdeckten wir im Lokal Ski aus den 50er Jahren mit original Marker Bindungen und fuhren danach weiter Richtung Asni.  Leider blieb uns  nicht die Zeit nach Ilmil das Skigebiet oder das Ourika Tal anzusehen. Das holen wir sicher bei der nächsten Reise nach.

Am späten Nachmittag erreichen wir Marrakesch. Camping: LE RELAIS de MARRAKECH (N 31° 42`405     W  007°59`409)  Wi Fi   Ein Platz zum Entspannen. Hier fehlt nichts. Schöne Stellplätze, erstklassige Sanitäranlagen, Swimmingpool, Jacuzzi, Restaurant mit Alkoholausschank, frisches Gebäck zum Frühstück, Taxi Transfer in die Stadt (ca. 12 KM für 1 Strecke 60 Dirham) Wir entschließen 3-4 Tage zu bleiben um zu relaxen. Am nächsten Morgen dann die Überraschung. Plötzlich steht Hubert vor unserem Mecki. Wir freuten uns sehr Ihn wieder zu sehen. Er hatte eine recht abenteuerliche Reise mit seinem Motorrad hinter sich. Tagelang durch die Wüste, einige, wie er sagte, geile Pisten auf Stein und Schotter aber auch gesundheitliche Probleme wie Durchfall und Kopfschmerzen. Auch er entschied sich mindestens 2 Tage zu bleiben um sich zu erholen. Am Abend fuhren wir natürlich in die Stadt, gingen durch die Medina und auf den Djemaa el Fna . Wir lieben es uns durch die Garküchen „durchzuessen“. Die Stimmung und Atmosphäre auf diesem Platz ist immer wieder faszinierend und bei jedem Besuch doch wieder ein bisschen anders. Der Besuch am Abend ist natürlich noch interessanter da viele Touristen bereits die Medina verlassen haben und daher das Treiben am Platz intensiv genossen werden kann. Gegen 23:00 Uhr fuhren wir mit dem Taxi wieder zurück.

Panorama-Marrakesch

Am nächsten Morgen bekamen wir bereits in der Früh einen Vorgeschmack dessen, was uns in den nächsten 2 Tagen erwarten würde. Es war zeitig in der Früh bereits relativ warm und das Thermometer kletterte am Nachmittag auf ansehnliche 46 Grad. Selbst die Einheimischen sprachen von einer, für diese Jahreszeit, unnatürlichen Hitze, die dann wirklich 2 Tage lang anhielt. Wie schön dass wir hier einen Pool hatten in dem wir uns verkriechen konnten. Brigitte und Ich hatten die Reise bis Marrakech geplant, den Rest hatten wir offen gelassen da ja nicht vorhersehbar war zu welchem Zeitpunkt wir hier ankommen würden. An und für sich hatten wir die Absicht anschließend über Essaouira der Küste entlang nach Tanger Med zu fahren. Dann die nächste Überraschung. Am Nachmittag fuhr ein Landy auf den Campingplatz mit Tiroler Kennzeichen. Wir kannten das Paar schon von der Fähre und aus Fes. Sie erzählten uns dass Sie die Absicht hatten ebenfalls an der Küste nach Tanger Med zu fahren, sind aber umgekehrt da das Wetter dort nicht den Erwartungen entsprach. Sehr kalt, nebelig und richtig „unfreundlich“. Somit änderten auch wir unsere Route Richtung Tanger Med.

Die von uns ausgesuchte Route für die Rückfahrt geht von Marrakech über Beni Mellal, Azrou, Meknes nach Mulay Idriss, verbunden mit einem Besuch in Volubilis, weiter nach Chefchaouen und Tanger Med.
Die Strecke von Marrakech nach Azrou führt durch hügelige Landschaft mit vielen Feldern und Olivenbäumen Die Straßenverhältnisse sind unterschiedlich, reger LKW Verkehr und vor allem sehr viele Radarkontrollen. Die entgegenkommenden Fahrzeuge warnen durch Lichtzeichen. Im Großen und Ganzen eine relativ unspektakuläre Strecke. Unsere Recherchen vorab ließen uns in Azrou den Campingplatz: AMAZIGH  (N 33°26`956     W 005°10`232)  anfahren. Wi-Fi am Haus  (Preis 80 Dirham). Der Besitzer Hassan spricht sehr gut Deutsch und bietet eine in dieser Region eher seltene Spezialität an. Frische Forellen mit Morcheln und Gemüse. Einziger Nachteil. Wenn man am Abend den Platz erreicht, kann man erst am nächsten Tag die Forellen bekommen. Sozusagen als Vorbesteller Menü. Wir hatten das Pech erst am Abend angekommen zu sein und mussten ja am nächsten weiter fahren. Mit großen Augen sahen wir den anderen Gästen beim Essen zu. Es sah wirklich sensationell gut aus. Der Platz selbst ist sehr empfehlenswert. Schöne Stellplätze, sanitäre Anlagen gut, jede Menge Storchennester auf den Dächern, wir zählten 6 davon. Der ganze Platz ist voller Kirschbäume. Vom „Schlafzimmer“ aus konnte man Kirschen essen. Hassan lud uns auf Tee ein und erzählte von Seiner Studienzeit in Köln. Am nächsten Morgen gegen 07:00 Uhr plötzliche Unruhe am Platz. Es näherten sich ca. 20 Personen und zu unserer Überraschung kletterten Sie in die Bäume und die Kirschenernte war im vollen Gange. 
Wir fahren am späteren Vormittag weiter nach Mulay-Idriss. Die Heilige Stadt. 3 Pilgerfahrten nach Mulay-Idriss ersetzen eine Pilgerreise nach Mekka. Ganz besonders Sehenswert ist der runde Moscheeturm der Jemaa Sidi-n-Tizi. Es gibt weltweit nur 3 runde Moscheetürme. Um diese Stadt näher zu erkunden nehmen wir uns einen Führer. Das war auch notwendig und ist zu empfehlen. Der Ort hat eine umfangreiche Geschichte und bietet jede Menge Sehenswürdigkeiten. Nach 2 Stunden sehr interessanten „Unterricht“ in Geschichte suchen wir den nächsten Campingplatz auf.
Camping: Zerhoune Belle Vue  (N 34°00`913     W 05°33`744)   kein Wi-Fi. (Preis 80 Dirham). Schöne Anlage auf 2 Terrassen, sehenswerte Gärten, Sanitäranlagen sauber und mit Warmwasser, tolle Aussicht und ein Besitzer der morgens Tee an die Stellplätze serviert. Einladung des Gastgebers.
Am nächsten Tag geht es zu der nur 2,5km entfernten, größten römischen Ausgrabungsstätte in Marokko: Volubilis.   Seit 1997 UNESCO Weltkulturerbe. Ca.40 ha. groß und in erster Linie wegen seiner bestens erhaltenen Mosaike bekannt. Man kann diesen Ort nicht beschreiben, man muss sich Zeit nehmen und die Geschichte visuell auf sich einwirken lassen. (Eintritt 10 Dirham p.P.)


Nach ca. 4 Stunden fahren wir über Quezzane weiter nach Chefchaouen.  Diesmal hatten wir mehr Zeit uns diese schöne Stadt näher anzusehen. Denn Sie unterscheidet sich von anderen Städten in diesem Land in vieler Hinsicht. Farblich-griechisch angehaucht, das Wetter ein Mix aus Afrika und Österreich. Warum? Die Temperaturschwankungen sind enorm. Von 35° bei der Ankunft vor 20 Tagen hatten wir plötzlich in der Früh knapp 12° und vom Rif Gebirge kommend, schlechtes Wetter. Da war etwas frieren angesagt. Wirklicht ungewohnt. Auch ein bisschen shoppen wollten wir noch. Unsere Töchter, Schwiegersöhne und vor allem die Enkelkinder sollten doch auch etwas „Marokko“ zu Hause haben. Doch alles was uns angeboten wurde konnten wir nun doch nicht mitnehmen. Denn in dieser Stadt bekommt man schon mal Dinge zu kaufen die man besser nicht mitnimmt. Man sitzt gemütlich beim Tee und bekommt so nebenbei auch etwas zum „R A U C H E N“ angeboten. Brigitte meinte zum Anbieter: „Leider kommst du 30 Jahre zu spät. Da hätten wir vielleicht drüber reden können“. Lachend entfernte er sich wieder.

Nun mussten wir aber am nächsten Tag schon Richtung Tanger Med aufbrechen. Das Gebiet zwischen Chefchaouen und Tetouan bietet eine abwechslungsreiche Landschaft. Wälder, Olivenhaine und Kornfelder wechseln sich ab. Man kommt durch viele kleine Dörfer und hat einen herrlichen Ausblick auf die Berge. Es ist aber leider nicht alles nur positiv. Je näher man Tanger Med kommt, wird man mit der schlimmen Realität des Flüchtlingsproblems konfrontiert. Links und rechts der Straße sieht man hunderte Schwarzafrikaner die versuchen irgendwie nach Europa zu kommen. Man stellt sich wirklich die Frage: Wovon leben diese Menschen, wie können Sie überleben und wie endet das? Am Hafen angekommen beginnen nun die Formalitäten. Die Beamten sind wieder sehr höflich aber gegenüber der Einreise sind die Kontrollen wesentlich umfangreicher. Die Fahrzeuge werden gescannt, anschließend zusätzliche Kontrolle des Innenraumes, man kriecht unter das Fahrzeug, die Reservekanister werden abgeklopft und bis man die Fähre erreicht hat wurde das Fahrzeug sicherlich 5-Mal durchsucht. Es könnte sich ja ein Flüchtling ohne dass man es bemerkte, irgendwo versteckt haben.

Tanger Med – Genua – Salzburg
Die Rückreise mit der Fähre verlief problemlos. Wir hatten allerdings doch ca. 3 Stunden Verspätung da die Fähre in Frankreich unplanmäßig einen Hafenstopp zwecks medizinischer Versorgung eines Passagiers einlegen musste. Als wir dann die Autobahn Richtung Österreich fuhren holte uns die Realität rasch ein. Regenschauer ab Verona und am Brenner lag neben der Straße etwas Schnee. Willkommen in Österreich.

FAZIT dieser Reise: Marokko ist ein tolles Land, viele Sehenswürdigkeiten, nette Menschen aber man muss mehr Zeit mitbringen. Na, ja die Pension naht und dann werden wir in diesem Land viel mehr Zeit verbringen und all das Nachholen was wir auf dieser, unserer zweiten Marokko Reise nicht sehen konnten.

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