Biker-Tour Tunesien 2011

19 Tage – 4.354 km 

20.05.2011     433 Km Hallwang – Affi
21.05.2011      297 Km Affi-Genua Hafen
22.05.2011         14 Km Ankunft Tunis Hafen-Stadt
23.05.2014          0 Km Tunis Medina, Karthago, Sidi Bou Said mit Taxi
24.05.2011      103 Km Tunis – Hammamet
25.05.2011       277 Km Fahrt um Cap Bon
26.05.2011       295 Km Hammamet- Monastir
27.05.2011       196 Km El-Djem- Mahdia ( Cap Afrika)
28.05.2011           0 Km Badetag in Monastir
29.05.2011       156 Km Monastir Stadt und Kairouan
30.05.2011       418 Km Monastir- Zarzis
31.05.2011       259 Km Zarzis- Tatouine-Chenini-Zarzis
01.06.2011       234 Km Zarzis- Matmata-Douz
02.06.2011        90 Km Douz Umgebung
03.06.2011      285 Km Douz- Chott-el Djerid- Tamerza
04.06.2011      388 Km Tamerza- El-Kef
05.06.2011      180 Km El-Kef-Tunis
06.06.2011          0 Km Fähre nach Genua
07.06.2011      729 Km Genua- Hallwang

Wir hatten in der ersten Jänner Woche für 21.05 2011 die Fähre von Genua nach Tanger gebucht. Plötzlich Revolution in Tunesien.  Na ja, Abwarten und Tee trinken.  Inch`Allah. Die Situation verbesserte sich nicht wesentlich aber wir wollten unbedingt reisen. Also 3 Wochen vor der geplanten Abfahrt ein Telefonat mit der österreichischen Botschaft in Tunis und nach ein paar guten Tipps und der Bekanntgabe unserer Reiseroute stand unserer Reise nichts mehr im Wege.

Tunesien 2011 Reiseroute


Wir fuhren von Hallwang  mit einem Zwischenstopp in Affi nach Genua und schifften am 21:05 in Genua ein. Nach 25 Stunden erreichten wir Tunis und dann begannen die doch recht komplizierten Einreise Formalitäten. Dann ab Richtung Innenstadt und es regnet in Strömen. Wie zu Hause. Am nächsten Morgen wurde erst mal die Lage sondiert. Die Stadt war sehr ruhig, nur Panzersperren und Stacheldraht vor einigen Botschaften und Regierungsgebäuden erinnerten an den Aufstand. Wir beschlossen als erstes Karthago und Byrsa zu besuchen. Das archäologische Ausgrabungsgelände wurde 1979 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Absolut sehenswert für Archäologisch interessierte Besucher.


Am nächsten Tag ging es weiter nach Sidi Bou Said, ein Künstlerdorf ca. 20 Km nordöstlich von Tunis. Der englische Baron Rudolph de Erlanger ließ sich 1912 im damaligen Fischerdorf nieder und baute einen kostbaren Palast. 1915 wurde der Ort unter Denkmalschutz gestellt und der Kunstliebhaber öffnete seine Türen für Künstler in den  Bereichen Musik, Kunst und Literatur. Die deutschen Maler August Macke und Paul Klee waren Stammgäste. Das dort ansässige Cafe NATTES diente Macke als Vorlage zu seinem Bild „Maurisches Cafe“. Durch die blaue Farbgebung der Stadt fühlt man sich nach Griechenland versetzt.


Weiter ging es dann nach Hammamet und auf die Halbinsel Cap Bon. Wie besuchten die große Moschee in der Medina und machten uns dann auf den Weg nach Cap Bon. Das der Halbinsel den Namen gebende Cap Bon liegt im äußersten Norden,  von hier wären es nur 140 Km nach Sizilien. Bei der Anreise zur Halbinsel stoßen wir auf den Ort Menzel Temime.  Am Ortsausgang führt eine schmale Straße auf einen kleinen Hügel mit einem Marabut. Knapp unterhalb des Marabut in einer Felsgruppe mit einem kleinen Eukalyptushain liegen Punische Felsgräber. Von der Straße aus weder beschrieben noch sichtbar. Zu den Gräbern führen bis zu 13 Stufen hinab und die Kammern haben eine Größe von ca. 2x2m und sind bis zu 2m hoch. Der Zufall hat uns zu diesen interessanten Gräbern geführt.

Jetzt ging es weiter zu der aus dem 6.Jhd stammenden byzantinischen Festung von Kelibia. In den unterirdischen Gewölben der Festung befinden sich ehemalige Gefangenenverliese und Gruften Unterhalb der Festung liegt der bedeutendste Fischerhafen der Region. Gleich danach stoßen wir auf Kerkouane, eine punische Ausgrabungsstätte. UNESCO Weltkulturerbe. Es handelt sich hier um die vermutlich einzige erhaltene punische Stadt. Die etwa 9 ha große Stadt lag direkt am Meer, war dicht mit Häusern bebaut, Einfamilienhäuser bei denen Treppen auf ein Obergeschoß hindeuten. Es fanden sich Badewannen, Fußböden waren mit Mosaiken ausgestattet und die Wände hatten modellierte Strukturen. Die Stadt war von einer Mauer umgeben. Anschließend wollten wir die berühmten Thermalquellen von Korbus besichtigen. Schon die Anfahrt über den Berg von Korbus war schon recht abenteuerlich und als wir und dem Ziel näherten, war plötzlich die ganze Straße abgebrochen und somit eine Weiterfahrt unmöglich.

Wir fuhren dann über Bou-Ficha- Hamman Zriba-El Fahs-M`saken  weiter nach Monastir. Geplant waren 1 bis 2 Tage hier zu bleiben. Wir nahmen ein Zimmer im Touristenhotel Golden Beach in Monastir. Preis € 60.- DZ All inclusive. Warum so billig ? Es war uns schon aufgefallen dass wir nirgendwo auf Touristen stießen. Im Hotel, ausgerichtet für 260 Personen, befanden sich ca. 30 Gäste. Ich denke das sagt Alles aus. Und am nächsten Tag erlebten wir wirklich ein Wunder. Unser Besuch in EL-DJEM sollte einzigartig  verlaufen. Ich denke El Djem muss man nicht näher beschreiben, aber dann: Wir kamen gegen 10 Uhr vormittags vor dem Amphitheater an. Normalerweise stehen hier eine Vielzahl an Reisebussen und Individual Touristen um diese Sehenswürdigkeit zu sehen. Wie waren für die nächsten 3 Stunden die EINZIGEN BESUCHER. Ich denke das hat es vorher noch nie gegeben. Fotos von El Djem, ohne Touristen drauf, das ist eine wahre Rarität.

Weiterfahhrt über Bou-Ficha nach Monastir Weiterfahhrt über Bou-Ficha nach Monastir Weiterfahhrt über Bou-Ficha nach Monastir Weiterfahhrt über Bou-Ficha nach Monastir Gut beladen Gut beladen Gut beladen Gut beladen Pause Heute gibt es Schaf... ....oder Hühnchen Hotel Golden Beach Monastir Strand von Manastir

El Djem
El Djem El Djem El Djem El Djem El Djem El Djem El Djem El Djem El Djem El Djem

Von El-Djem über Sidi Alouane, Ksour Essaf fuhren wir nach Madia zum Cap Afrika (Leuchtturm) und am Abend zurück ins Hotel. An der Bar lernten wir 2 nette österreichische Mädls aus Linz kennen. Dani und Maria. Die Drinks an der Bar waren exzellent, die Shisha ebenfalls und die Mädls wie auch wir gut drauf und so musste am nächsten Tag ein „MOPEDFREIER“ Tag eingelegt werden. Es hat Spaß gemacht. Keine Badehose im Gepäck (baden war nicht eingeplant) also kaufen und ab in den Pool. Als wir unser Fahrzeug wieder bewegen konnten ging es weiter nach Qairawan, auch Kairuan genannt. Natürlich besichtigten wir die große Moschee und Bir Baruta. Im ersten Stock des Hauses, unter der Kuppel, treibt ein Dromedar über ein Göpelwerk ein großes Schöpfrad an. Das Tier trabt mit verbundenen Augen im Kreis um den Brunnen. Hier können die Pilger heiliges Wasser aus jener Quelle trinken, die bei der Gründung Kairuans im 7.Jhd zu Tage trat als Oqpa Ibn Nafi seine Lanze in den Boden rammte. In der Medina von Kairuan gibt es eine Unzahl von sehenswerten Türen und Türeinfassungen sowie Türklopfer mit der Hand von Fatima. Zurück in Monastir besuchten wir das Bourguiba Mausoleum und die Dschami Bourgiba Moschee. Am Abend noch einmal gemütlich mit den Mädls geplaudert (sind nun als unsere Töchter 4 und 5 in der Familie aufgenommen)  und am nächsten Tag wurde Abschied genommen.

Fatimistischer Hafen am Cap Afrika Cap Afrika in Mahdia Cap Afrika in Mahdia Cap Afrika in Mahdia Friedhof von Bordj el Kebir Friedhof von Bordj el Kebir Friedhof von Bordj el Kebir Friedhof von Bordj el Kebir


Kairouan und die große Moschee

Die große Moschee Die große Moschee Die große Moschee Die große Moschee Die große Moschee Die große Moschee Die große Moschee Die große Moschee Die große Moschee Die große Moschee Die große Moschee Die große Moschee Die große Moschee Die große Moschee Bir Baruta Brunnen Bir Baruta Brunnen Bir Baruta Brunnen Bir Baruta Brunnen In der Medina von Kairouan In der Medina von Kairouan In der Medina von Kairouan In der Medina von Kairouan In der Medina von Kairouan In der Medina von Kairouan In der Medina von Kairouan In der Medina von Kairouan In der Medina von Kairouan In der Medina von Kairouan In der Medina von Kairouan In der Medina von Kairouan eine Vielfalt von Türen und Türklopfer eine Vielfalt von Türen und Türklopfer eine Vielfalt von Türen und Türklopfer eine Vielfalt von Türen und Türklopfer

Monastir und Bourguiba Mausoleum

Bourguiba Mausoleum Bourguiba Mausoleum Bourguiba Mausoleum Bourguiba Mausoleum Bourguiba Mausoleum Bourguiba Mausoleum Bourguiba Mausoleum Bourguiba Mausoleum Monastir Hotel Monastir Hotel Monastir Hotel

Über M`saken, Sfax und Gabes ging es weiter nach Zarzis. Zimmer besorgt und am nächsten Tag ging es Richtung Tataouine nach Chenini. Im 11 Jhd zogen sich die Berbervor den in die Djeffara Ebene eindringenden Arabern in die unzugänglichen Berge zurück. Hier bauten Sie Ihre Siedlungen in der für das südliche Dahar typische Wohnhöhlen und Fluchtburgen. Auf dem Rückweg nach Tataouine kamen wir dann in einen Sandsturm und es wurde auf dem Moped ganz schön ungemütlich.

von Tataouine nach Chenini von Tataouine nach Chenini von Tataouine nach Chenini von Tataouine nach Chenini von Tataouine nach Chenini von Tataouine nach Chenini von Tataouine nach Chenini Berberdorf Chenini Berberdorf Chenini Berberdorf Chenini Berberdorf Chenini Berberdorf Chenini Berberdorf Chenini Berberdorf Chenini Berberdorf Chenini Berberdorf Chenini Berberdorf Chenini Berberdorf Chenini Berberdorf Chenini Berberdorf Chenini Berberdorf Chenini Berberdorf Chenini Berberdorf Chenini Berberdorf Chenini Berberdorf Chenini Berberdorf Chenini Berberdorf Chenini Berberdorf Chenini Berberdorf Chenini Sandsturm auf dem Weg nach Tataouine Sandsturm auf dem Weg nach Tataouine Sandsturm auf dem Weg nach Tataouine Kleiner Salzsee zw. Tataouine und Zarzis Kleiner Salzsee zw. Tataouine und Zarzis Kleiner Salzsee zw. Tataouine und Zarzis

Von Zarzis führte uns die Reise weiter über Matmata nach Douz. Matmata, eine Kraterlandschaft wie auf dem Mond. Im Dahar Gebirge liegend, am Rande der Sahara, ein Augenschmauss für die Sinne. Die Wohnungen sind in der Erde eingegraben (troglodytische Unterkünfte). Es gibt heute noch an die 400 dieser Wohnungen. Ein Teil ist bereits mehr als 400 Jahre alt. Auffallend an den Türen sind Zeichnungen welche die Hand der Fatima und Fische darstellen. Beide Symbole sollen das Haus vor dem bösen Blick schützen. Der Fisch ist ein uraltes Symbol der Berbertradition. Am späten Nachmittag erreichen wir Douz. Die Stadt liegt ca. 30 Km südlich des Salzsees Chott el Djerid und ist auch als das „Tor zur Sahara“ bekannt. In früheren Zeiten war Douz ein wichtiger Haltepunkt der Transsahara-Karawanenroute. Tuareg aus Algerien zogen früher sogar mit Ihrer Karawane zum Markt nach Douz. Und Heute ? Wir waren die einzigen Gäste des 220 Betten Hotels Mehari. 2 Köche und 2 Kellner waren nur für uns tätig. Keine Touristen und das am 1. Juni. Normalerweise Hochsaison. Es war teils frustrierend anzusehen wie die Menschen hier um Ihre Existenz kämpften. Wir begannen Dinge zu tun die uns normalerweise absolut fremd sind. Brigitte ging zum Frisör, wir ritten das erste Mal in unserem Leben auf einem Kamel und zu allerletzt buchten wir sogar eine Fahrt mit dem Jeep in die Wüste. Alles Aktivitäten, die bei unsere Reisen nicht am Programm stehen. Aber ehrlich, in dem Moment war das Mitleid mit den Menschen doch größer als unsere Aversion gegen diese Art der Freizeitgestaltung.

Matmata Matmata Matmata Matmata Matmata Matmata Matmata Matmata Matmata Matmata Matmata Weg nach Douz Weg nach Douz Weg nach Douz Weg nach Douz Weg nach Douz Weg nach Douz Weg nach Douz

Am 03.06. dann der große Schock. Wir erhielten per SMS von unseren Töchtern die Nachricht dass Brigittes Vater zu Hause verstorben war. Die Beerdigung sollte am Montagvormittag  in Salzburg sein. Ein Schock. Heute ist Donnerstag. Unsere Fähre geht in 9 Tagen. Was tun? Nach kurzer Beratung entschließen wir uns auf gut Glück Richtung Tunis aufzubrechen um vielleicht doch 1 Woche früher als gebucht, am Samstag, mit der Fähre nach Hause zu kommen. Da wir die Gegend von einer früheren Reise schon kannten war der Plan zuerst bis Tamerza zu fahren, am zweiten Tag bis Mides so sind wir dann am Samstag in Tunis. Gesagt, getan. Wir fuhren dann über den Chott-el Djerid. Das Chott el Djerid ist ein Sedimentbecken innerhalb einer Depression mit Salzsee im Süden des Landes 1979 wurde hier eine ganzjährig passierbare asphaltierte Dammstraße angelegt. Neben der Straße sieht man noch in Salzkruste gesteckte Palmwedel, dienten Jahrhunderte lang zur Orientierung, sowie auch genügend Autowracks. Spät am Nachmittag erreichen wir das wunderschöne Berberdorf Tamerza. Wir wollen im bekannten 5 Sterne Hotel Tamerza Palace ein Zimmer nehmen. Aber auch hier: keine Touristen, das Hotel geschlossen. So landen wir im 1 Sterne Hotel Les Cascades. Hotel ist übertrieben. Es handelt sich hier um eine Anlage bestehend aus mehreren Hütten zum Übernachten. Hier treffen wir auf Angestellte des Palace Hotels die uns Ihr Leid klagen. Seit Wochen arbeitslos und keine Besserung in Sicht. Tamerza ist ein sehr schöner Ort. Ein altes Berberdorf mit Wasserfall und normalerweise jede Menge Tourismus. Tags darauf geht’s nun weiter bis zur Bergoase Mides. Diese Bergoase liegt an der einstigen befestigten Römersiedlung Mades. Diese war ursprünglich von drei, bis zu 60m tiefen Schluchten umgeben und nur mittels Seilen über die Felswände zugänglich. Hier wurden auch einige Filme gedreht. Nun aber weiter nach Tunis. Wir müssen irgendwie auf die Fähre. Pünktlich 4 Stunden vor Auslaufen sind wir im Hafen. Aber wie geht’s weiter. Kurz nachgedacht und dann kam die zündende Idee. Es warteten viele Tunesier mit Ihrem Auto mit deutschem Kennzeichen im Hafen. Ich sprach einen der Wartenden an, er sprach perfekt Deutsch, erklärte Ihm unser Problem und schon nahm er mich mit zum Check In Schalter. Es dauerte keine 10 Minuten und er bat um € 20.-, gab das Geld dem hinter einer Glaskuppel sitzenden Mitarbeiter der GVN und dann überreichte er mir die Tickets sowie einen Kabinenschlüssel für die Fähre. Meinen Einwand kein Kabine gebucht zu haben tat er mit folgendem Satz ab: “Ich habe dem Kollegen der GVN euer Problem geschildert. Ihr seid so ziemlich die einzigen Touristen in diesem Land gewesen, habt einen traurigen Verlust in der Heimat erlitten aber wir sind überzeugt Ihr kommt wieder.“ Daher soll wenigstens Eure Heimfahrt so angenehm wie möglich sein. Wahnsinn!!!!!!!! Das nennt man Gastfreundschaft in diesen schweren Zeiten. Und wir werden wieder kommen. Nach einer sehr anstrengenden Fahrt von Genua nach Salzburg, wir mussten die gesamte Strecke durchfahren, kamen wir noch rechtzeitig in Salzburg an um uns vom Verstorbenen noch verabschieden zu können.

Diese Reise ist Brigittes Vater, meinen Schwiegervater, Herrn Ernst Hubauer gewidmet.

 Die Hierzi`s
Tunesien

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